Weiter gut im Plan

img-20160830-wa0001Andreas Sander liegt in seinen Vorbereitungen zum kommenden Weltcup-Winter weiter gut im Plan. Mit mehreren Rennen des Südamerika Cups ging ein zweiter gefühlter Trainingsblock zu Ende. Dabei erzielte er mit zwei vierten Plätzen und einem dritten Platz akzeptable Resultate, um die allein es dem 27-Jährigen allerdings nicht ging.

„Platz 4 und 3 ist jetzt nicht schlecht, und meine Fahrten waren soweit auch recht stabil. Mir geht es aber zum jetzigen Zeitpunkt derzeit mehr um meine Technik“, berichtete Andi aus dem chilenischen La Parva. „Ich versuche gerade den nächsten Schritt zu machen, was noch zu Lasten der Zeiten geht. Da verliere ich in jedem Schwung noch etwas; auf Dauer aber sollte mich meine jetzige Arbeit wirklich weiter bringen.“

Nachdem der Wahl-Burgberger jetzt drei Wochen in La Parva trainiert hat, wechselt der DSV-Tross für die letzte Trainingswoche noch einmal das Quartier. „Wir trainieren jetzt noch mal in Valle Nevado, wo der klare Schwerpunkt auf dem Super G liegen wird. Ich hoffe, dass es auch dort so gut weitergeht wie es bisher schon lief.“ Andi ist also allen in allem sehr zufrieden mit dem Trip nach Chile. Wenn überhaupt, dann ist allein das derzeit frühlingshafte Wetter der einzige Wehrmutstropfen.

 


erfolge

WeltmeisterschaftenWeltcupMeisterschaftenSonstige











2015
17. Abfahrt Beaver Creek
23. Super G Beaver Creek
23. Kombination Beaver Creek















2011
21. Super G Garmisch


2008
Junioren-Weltmeister Super-G
2016
6. Super G St. Moritz
8. Abfahrt Garmisch
10. Super G Kvitfjell
10. Super G Jeongseon
10. Super G Kitzbühel
12. Abfahrt Kvitfjell
13. Abfahrt Wengen
14. Super G Hinterstoder
15. Kombi Kitzbühel

2015
10. Abfahrt St. Caterina
13. Abfahrt Wengen
14. Super G Gröden
16. Abfahrt Kitzbühel
20. Abfahrt Saalbach
22. Super G Kvitfjell
22. Super G Beaver Creek
23. Abfahrt Gröden

2014
21. Abfahrt St. Caterina



2012
16. Abfahrt Sotschi
21. Abfahrt Garmisch

2011
16. Abfahrt Lake Louise
18. Super G Lake Louise

2016
Deutscher Meister Kombi









2015
Deutscher Meister Super G








2014
Deutscher Meister Super G



2012
Deutscher Meister Abfahrt
Deutscher Meister Super G

2011
Deutscher Meister Abfahrt
Deutscher Meister Super G

2006
4-facher Deutscher Jugendmeister

2004
Deutscher Schülermeister











2015
1. Europacup Abfahrt Soldeu
1. Südamerika Cup Super G La Parva
2. Europacup Abfahrt Zauchensee
3. Südamerika Cup Abfahrt Valle Nevada





2014
1. FIS-Super G Garmisch
1. FIS-Super G Garmisch
3. FIS-Super G Val d'Isère





2011
1. FIS-Abfahrt Garmisch
2. Europacup Super G Meribel
3. Europacup Abfahrt Patscherkofel


person

Story

Der Traum von der eigenen Gondel –

oder von Westfalen nach Kitzbühel

Es klingt paradox: Wer im alpinen Ski-Sport nach ganz oben möchte, muss so schnell wie möglich nach unten. Andreas Sander ist so einer. Waghalsig stürzt sich der junge Skifahrer seit Kindesbeinen den Berg hinunter, um irgendwann seinen Lebenstraum zu erfüllen: Den Traum von der eigenen Gondel.

Sander_13_3Andreas Sander wurde am 13.06.1989 geboren. Dies aber nicht, wie man es bei einem deutschen Skifahrer vermutet, in Süddeutschland; nein, vielmehr in Westfalen. Gemeinsam mit drei Geschwistern wuchs er in Ennepetal auf, wo sein Vater in zweiter Generation ein mittelständisches Unternehmen führt. Nicht allzu verwunderlich für einen Westfalen, wurde Andreas Sander früh glühender Anhänger von Borussia Dortmund und träumte von der Laufbahn als Borusse – wenn da nicht eine andere Leidenschaft „im Wege“ gestanden hätte.

Erste Berührungspunkte mit den Brettern, die Jahre später für ihn die Welt bedeuten werden, machte er bereits im Alter von gerade mal zwei Jahren; entweder im Ski-Urlaub mit den Eltern oder aber im heimischen „Ski-Dorado“: der Teufelswiese in Ennepetal. Obgleich er im Alter von drei Jahren sein erstes Rennen bestritt – zwischen den Beinen seiner Tante, weil er es ansonsten noch nicht geschafft hätte – blieb Skifahren dennoch zunächst ein Urlaubssport.

Erst nachdem sich Andreas zum stärksten Alpin-Fahrer im Westen der Republik entwickelte, begann die Intensivierung des Ski-Trainings. Unzählige Male hieß es freitags nach der Schule für Andreas und Vater Michael Kofferpacken und ab in den Schnee der Alpen. Wahrscheinlich umrundeten die Sanders dabei mindestens einmal den Globus. Dieser Aufwand wurde schließlich im März 2004 belohnt, als Andreas Deutscher Schülermeister wurde – als erster Westfale überhaupt. Es sollte nicht der letzte Rekord des jungen Ennepetalers bleiben.

Auch die Talentspäher des DSV wurden auf den Jungen aus Westfalen aufmerksam, der 2004 die gesamte bayerische Alpin-Elite seines Altersbereichs hinter sich ließ. So dauerte es nicht lange bis das Angebot vom Ski-Gymnasium in Berchtesgaden kam. Fern ab der Heimat und seiner Familie sollte er bessere Möglichkeiten haben, sein Talent zu entfalten. Für einen damals 15-Jährigen sicher keine leichte Entscheidung. Die Verständigungsprobleme sprachlicher Natur mit seinen oberbayerischen Mitschülern und Mannschaftskollegen waren dabei noch das geringste Problem. Dennoch bewies Andreas Mut sowie Fokussierung auf sein Ziel und nahm die Herausforderung 2004 an: Ein Westfale zog nach Bayern.

Schnell wurde auch in Berchtesgaden klar, dass Sander kein westfälischer Ikarus sein kann: 2006 gewann er die Titel des Deutschen Jugendmeisters in sämtlichen Disziplinen. Sollte Sander nicht der einzige sein, dem dies gelang, so wären es maximal drei Athleten, die dies fertig brachten.

2011_Garmisch_1Zur weiteren Optimierung seiner sportlichen Entwicklung entschloss sich Sander schließlich zu einem weiteren Umzug nach Oberstdorf, wo er bis heute wohnt. Dort stellte er sich der stärkeren internen Konkurrenz. Belohnt wurde dies 2008 letztlich mit dem Weltmeistertitel der Junioren im Super G. Damit holte Sander den ersten Super G Junioren-WM Titel für die deutschen Männer überhaupt. Dass dieser erste deutsche Titel ausgerechnet von einem Westfalen und dazu im spanischen Formigal gewonnen wurde, passt zur ungewöhnlichen Geschichte des jungen Ennepetalers.

Im Winter 2009/2010 absolvierte Andreas seine erste Saison im Europacup, dem Unterbau des Weltcups. Auch hier sollte er Rekorde aufstellen: In Abfahrt und Super-G erzielte er die besten Ergebnisse eines 20-jährigen Deutschen aller Zeiten.

Die darauffolgende Saison sollten die ersten Schritte im Weltcup folgen. Zunächst fuhr der damals 21-jährige Westfale im Europacup erstmals auf das Podium; und dies sowohl in Abfahrt als auch im Super G. Aufgrund solcher Leistungen nominierte der Deutsche Skiverband erstmals für reguläre Weltcup-Rennen. Und auch hier sollten Erfolge nicht lange auf sich warten. In Gröden und Chamonix wurden die ersten Weltcup-Punkte geholt, in Bormio und Kitzbühel unter teils widrigen Bedingungen denkbar knapp verpasst. Diese sportlichen Ausrufezeichen beeindruckten den DSV: Andreas Sander wurde folgerichtig für die Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen nominiert; als erster Westfale überhaupt nahm er an einer alpinen Ski-WM teil. Platz 21 im Super G sollte dieses Vertrauen rechtfertigen. Ein schwerer Sturz bei der WM-Abfahrt sollte die erfolgreiche Saison abrupt beenden; so schien es zumindest. Doch Andreas Sander kämpfte sich zurück und holte am Ort seines Sturzes wenige Wochen später erstmals die Titel des Deutschen Meisters in Abfahrt und Super G.
In seiner ersten kompletten Weltcup-Saison holte Sander mehr als 100 Weltcup-Punkte. Mehr als zehn Jahre gelang dies keinem deutschen Speedfahrer in vergleichbarem Alter. Gerade Platz 16 bei der vorolympischen Premiere der Abfahrt von Sotschi lies viele Fans von großen Erfolgen träumen.andreas-sander-in-aktion-

Doch leider kam es anders. Ein Kreuzbandriss und interne Fehler sorgten für 2012/2013 und 2013/2014 für zwei schlechte Winter. Der Abwärtstrend soll 2014/2015 gestoppt werden. Andreas Sander will sich vom ursprünglichen Ziel nicht abbringen lassen. Der Winter wird zeigen, ob ihm das Gelingen wird.

Übrigens: Eine Herkunft nördlich des Weißwurstäquators hindert nicht grundsätzlich am Erfolg im Alpin-Ski. Die erfolgreichste deutsche Skisportlerin aller Zeiten kam ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen: Katja Seizinger stammt aus Datteln. Wenn das mal keine guten Vorzeichen für eine erfolgreiche Karriere sein sollen …

Steckbrief

geboren am13. Juni 1989
inEnnepetal
WohnortOberstdorf & Ennepetal
NationalitätDeutsch
VereinSG Ennepetal
Größe177 cm
Gewicht93 kg
SchulabschlussAbitur
BerufSportsoldat
FremdsprachenEnglisch, Französisch
HobbiesFußball, Tennis, Surfen
Ziele 2014/15Regelmäßig Punkte
SporttraumMedaille bei WM oder Olympia, einmal in einem der Speed-Rennen in Kitzbühel siegen und so die eigene Gondel gewidmet bekommen.


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on tour

26.11.16WeltcupFlagge_KanadaLake LouiseAbfahrt
27.11.16WeltcupFlagge_KanadaLake LouiseSuper G
02.12.16WeltcupFlagge_USABeaver CreekAbfahrt
03.12.16WeltcupFlagge_USABeaver CreekSuper G
16.12.16WeltcupFlagge_ItalienGrödenSuper G
17.12.16WeltcupFlagge_ItalienGrödenAbfahrt
28.12.16WeltcupFlagge_ItalienSanta CaterinaAbfahrt
29.12.16WeltcupFlagge_ItalienSanta CaterinaSuper Kombi
13.01.17WeltcupFlagge_SchweizWengenSuper Kombi
14.01.17WeltcupFlagge_SchweizWengenAbfahrt
20.01.17WeltcupFlagge_AustriaKitzbühelSuper G
21.01.17WeltcupFlagge_AustriaKitzbühelAbfahrt
28.01.17WeltcupFlagge_DeutschlandGarmisch-PartenkirchenAbfahrt
25.02.17WeltcupFlagge_NorwegenKvitfjellAbfahrt
26.02.17WeltcupFlagge_NorwegenKvitfjellSuper G

 


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